Mittwoch, 12. November 2014

7. Tag - 12. November 2014 - Mega-Universität und die finalen Anhörungen des TPP´s

Hola ihr Lieben,
Nach dem gestrigen entspannenden und touristischen Tag, ging es heute inhaltlich weiter mit den finalen Anhörungen des Ständigen Tribunals der Völker (TPP).

Hintergrundinfo zum TPP (wer schon weiß worum es geht, überspringt diesen Abschnitt):
Dieses Tribunal (das seit dem Vietnam-Krieg bereits in vielen Ländern stattgefunden hat, u.a. auch in Deutschland) ist eine Art "ethisches Gericht", das Fälle von  Menschenrechtsverletzungen dokumentiert und in der Finalen Anhörung ein (ethisches-moralisches) Urteil verkündet. Es hat also in dem Sinn keine rechtlichen Folgen, Ziel des Tribunals ist es aber in der Weltöffentlichkeit auf Missstände hinzuweisen und sich zusammenzuschließen. Seit 3 Jahren hat sich dieses Tribunal nun mit dem Kapitel Mexico beschäftigt und 7 Bereiche der Menschenrechtsverletzungen in Mexiko dokumentiert.

Die abschließenden Anhörungen des ständigen Tribunals der Völker finden nun über 4 Tage auf dem Gelände der Universität UNAM (Nationale Autonome Universität von Mexiko) statt. Die Universität ist eine der ältesten und besten Universitäten Lateinamerikas. Zeitgleich zählt sie auch zu einer der größten Universitäten des amerikanischen Kontinentes. Man stelle sich vor, auf diesem Campus studieren über 300.000 Studenten (Das ist die Einwohnerzahl von Bielefeld!).
Die Größe dieser gigantischen Universitäts-Stadt, haben wir annähernd während unserer Anfahrt zur Anhörung wahrnehmen können. Mit ausgedrucktem Stadtplan in der Hand, ging es via Metro zu der nächstliegenden Station, von wo aus wir zu Fuß den weiteren Weg zum universitären Kulturzentrum, in dem die Anhörungen stattfinden sollen, bewältigen wollten. So haben wir uns nach Verlassen der Metro einfach mal nach dem Weg durchgefragt und auch eifrig Wegbeschreibungen erhalten, die uns einmal quer mit zwei verschiedenen Bussen über das Universitätsgelände führten. Bei Ankunft stellten wir dann fest, dass wir wohl einmal im Kreis über das Gelände gefahren waren, denn das Kulturzentrum lag nur ein paar Meter entfernt von der Haltestelle, an der wir zuvor in die Busse eingestiegen waren. Aber die ungeplante inklusive Bustour über das Unigelände schien wohl allen gefallen zu haben ;-)
Angekommen in dem Hörsaal des Kulturzentrums, waren die Beiträge zu den Anhörungen schon im vollen Gange. Am heutigen Tag der finalen Anhörungen wurden alle Themenblöcke zum Kapitel Mexiko, zu denen es seit Oktober bereits Voranhörungen gab, noch einmal in komprimierter Form wiedergegeben. So gliederten sich die Vorträge nach den Themenblöcken: 1. Der Schmutzige Krieg als Gewalt, Straflosigkeit und der fehlende Zugang zur Justiz, 2. Migration, Flucht und  Vertreibung,  4. Feminizid und die Gewalt gegen das Geschlecht, 5. Gewalt gegen die Arbeiter, 6. Die Zerstörung des Mais, Ernährungssouveränität und Autonomie 6. Zerstörung der Umwelt und die Rechte der Völker, 7. Desinformation, Zensur und Gewalt gegen die Pressefreiheit. Zu diesen Themen gab es im Vorfeld bereits jeweils einzelne dreitägige Voranhörungen, zu denen Organisationen oder Einzelpersonen eingeladen wurden, um Zeugenaussagen zu machen.
Die heutige finale Anhörung fand in einem großen Hörsaal statt, in dem die internationale Jury des ständigen Tribunals der Völker auf der Bühne versammelt war. Nach und nach kamen die einzelnen Koordinatoren der benannten Themenblöcke auf die Bühne und hatten etwa eine Stunde Zeit, um die Ergebnisse und Dokumentationen aus der Arbeit der vergangenen drei Jahre zusammenzufassen und einen Appell an die Jury zu formulieren. Diese hatte anschließend noch einmal die Möglichkeit Fragen zu stellen.
Der Saal war reichlich gefüllt. Draußen vor dem Gebäude gab es auch die Möglichkeit, die Anhörungen per Liveübertragung zu verfolgen.
Wir als Gruppe hatten die Möglichkeit im Saal anwesend zu sein und haben während der Anhörung zugehört, zugeschaut, übersetzt, nachgedacht, mitgedacht, reflektiert, nachgefragt, sich ausgetauscht, fotografiert, gefilmt, aufgenommen, Bögen geschlagen, Verbindungen geknüpft, Köpfe aus und wieder eingeschaltet....bis dann die Köpfe irgendwann voll waren...

Volle Köpfe, erschöpfte Gemüter, schnupfende Nasen und grummelnde Bäuche brachten uns am heutigen Tag dazu, unsere Herberge etwas früher wie gewohnt aufzusuchen.
Den restlichen Spätnachmittag nutzten einige von uns, auf der schönen Terrasse im dämmernd warmen Sonnenlicht.

Grüße in die Welt,
Lisa


Dienstag, 11. November 2014

6. Tag - 11. November 2014 - Turismo

Liebe Leserinnen und Leser,

der heutige Blogeintrag beschäftigt sich mit dem Besuch unserer Reisegruppe in Teotiuacàn und der Villa Guadalupe. Außerdem berichte ich von meinen Eindrücken bezüglich des Straßenverkehrs in der Megastadt Mexiko City.


Da die Anhörungen des TPP erst am Mittwoch weitergehen, konnten wir den heutigen Dienstag für eine Tour zu einigen Sehenswürdigkeiten in und um Mexiko City nutzen. Ganz oben auf unserer Wunschliste und in allen Reiseführern stehen die Ruinen von Teotiuacàn. So war es auch nicht schwer eine Reiseagentur zu finden, die uns mit einem eigenen Bus dorthin brachte. Es wäre auch möglich gewesen, die Strecke von ca. 50 km mit einem öffentlichen Bus zurück zu legen. Davon wird Touristen aber aktuell dringend abgeraten, da es in letzter Zeit mehrfach zu Überfällen in diesen Bussen kam.

Um kurz nach neun Uhr holte uns Jaime, unser Fahrer, am vier Metrostationen von unserer Unterkunft entfernten Hotel Fontàn an der Paseo de la Reforma ab. Für den eigentlich recht kurzen Weg zum Abfahrtsort hatten wir eine Dreiviertelstunde eingeplant, da wir damit gerechnet haben, in die letzte Welle der Rushhour zu geraten. Wie sich herausstellte, war unsere Sorge unbegründet - die Bahnen waren nicht mehr überfüllt und wir kamen schnell voran.

Die Fahrt nach Teotiuacàn dauerte ca. eine Stunde. Auf dem Weg legten wir kurze Zwischenstopps am Monumento a la Revolución und dem Templo Mayor ein. Wir verließen die Stadt über eine Autobahn, die Teil des Inter-American-Highway ist, einer durchgehenden Fernstraßen von den USA bis nach Guatemala. Aus dem Fenster konnten wir erstmals die colonias populares sehen, jene informellen Siedlungen, die an den Bergen um Mexiko City „hinaufwachsen“ und den Großteil des Wachstums der Stadt absorbieren. Der Kontrast zu den wohlhabenden zentralen Stadtteilen, in denen wir uns bisher überwiegend bewegt haben, war deutlich zu erkennen.

In Teotiuacàn angekommen wurden wir zunächst auf einen Hof geführt, in dem uns etwas über die Nutzung der Kaktuspflanze sowie über die Herstellung von Obsidian und Silber erzählt wurde. Wie bei organisierten Touristentouren wohl unvermeidlich, endete die Präsentation in einem Souvenierladen, in dem alle zuvor gezeigten Produkte erworben werden konnten. Das ganze war jedoch nicht aufdringlich und der freundliche Señor, der uns über den Hof geführt hatte, sprach überraschend gut Deutsch. Er sagte, dass er die Sprache allein durch den Kontakt mit deutschen Touristen erlernt hätte.

Jaime stellte sich als Multitalent heraus: Er lenkte nicht nur unseren Bus sicher durch den chaotischen Verkehr Mexiko Citys, sondern übernahm auch sehr kompetent unserer Führung durch die Ruinenanlage. Teotiuacàn war vom 2. Jhd. v. Chr. bis zum 9 Jhd. n. Chr. bewohnt. Zu ihrer Blütezeit war die Stadt mit ihren 200.000 Einwohnern und einer Fläche von 20 Quadratkilometern das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Amerikas. Die heute sichtbaren Ruinen umfassen nur ca. 10 % der damaligen Größe. Gut erhalten sind die nach exakten astronomischen Berechnungen ausgerichtete Mond- und Sonnenpyramide. Die meisten von uns haben sich an den steilen und anstrengenden Aufstieg auf die 75 Meter hohe Sonnenpyramide gewagt und wurden dafür mit einem grandiosen Ausblick belohnt (siehe unten). Erstaunlich: Kurz nach uns hat eine Gruppe US-amerikanischer Touristinnen die 248 schmalen und unebenen Stufen tatsächlich in Strandlatschen und Highheels bewältigt.


Warum die Teotiuacàn aufgegeben wurde und was mit den Erbauern passierte, war bereits den Azteken, die Mexiko in den folgenden Jahrhunderten beherrschten und in der Nähe ihre Hauptstadt Tenochtitlán (das heutige Mexiko City) errichteten, nicht mehr bekannt. Dass Teotiuacàn beim Eintreffen der spanischen Eroberer im 16. Jhd. n. Chr. schon lange nicht mehr bewohnt war, rettete es vor der Zerstörung. Die zu dieser Zeit aktiv genutzten aztekischen Heiligtümer wurden weitgehend zerstört und durch christliche Kirchen ersetzt.

Unterhalb der Pyramiden bieten heute zahlreiche Händlerinnen und Händler zum Teil selbst hergestellte Schmuckstücke, Keramiken und Textilien an. Sie alle sind Bewohnerinnen und Bewohner des nächstgelegenen Dorfes und sehen sich als die legitimen Erben Teotiuacans an, die ein Recht darauf haben, vom Tourismus zu profitieren. Sie mussten jedoch lange für die offizielle Erlaubnis kämpfen, neben den lizenzierten Souvenierläden an den Eingängen ihre Waren innerhalb der Ruinenanlage anbieten zu dürfen.

Am Nachmittag machten wir uns auf den Rückweg nach Mexiko City. Dort besuchten wir die Villa de Guadalupe, einen Platz, um den herum mehrere Basilikas stehen, die der Verehrung der Nuestra Señora Guadalupe dienen. Die größte von ihnen, die Nueva Basilica, bietet Platz für bis zu 20.000 Menschen. Auf einem Hügel über der heutigen Villa de Guadalupe soll die Heilige im Jahre 1513 einem aztekischen Bauern erschienen sein. Diese Erscheinung hatte großen Einfluss auf die Verbreitung des Katholizismus in Mexiko. In der Person der Heiligen Guadalupe wurden zahlreiche indigene Traditionen in das Christentum integriert. Das ist einer der Gründe für ihre enorme Beliebtheit und Allgegenwärtigkeit in Form von Bildern und Figuren in ganz Mexiko. Jedes Jahr pilgern 20 Millionen Gläubige zur Villa de Guadalupe, so dass diese heute das meistbesuchte katholische Heiligtum der Welt ist. Viele arme Mexikaner sparen ihr gesamtes Leben, um sich im Alter einmal eine Pilgerreise zum Bildnis der Gudalupe in der Nueva Basilica leisten zu können.

Die Rückfahrt in Richtung unserer Unterkunft haben wir gegen 17.00 Uhr angetreten – mitten in der Rushhour. Dementsprechend langsam ging es auch voran. Zu den Stoßzeiten sind die Straßen in Mexiko City hoffnungslos überfüllt. An vielen großen Kreuzungen sorgt ein nicht leicht zu durchschauendes Zusammenspiel aus Ampeln und Verkehrspolizisten in gelben Uniformen dafür, dass der Verkehr einigermaßen fließt.

Der öffentliche Nahverkehr gilt, zumindest in den zentralen Stadtbezirken, als vorbildlich. Wenn Millionen Menschen auf einmal zur Arbeit, Schule oder Uni müssen, stößt aber auch er an seine Grenzen. Das öffentliche Verkehrsnetz beruht im Wesentlichen auf drei Säulen: Der Metro, die überwiegend unterirdisch fährt, den Metrobussen, die über Oberleitungen betrieben werden und für die auf den großen Straßen eine eigene Fahrspur reserviert ist und den Autobussen, die kleiner sind als die Metrobusse und auch in entlegenere Stadtteile fahren. Die Bezahlung der Metro und Metrobuse unterscheidet sich grundlegend von dem System in europäischen Großstädten. Es gibt keine Fahrkarten und Tarife im eigentlichen Sinne. Stattdessen muss man „Eintritt“ bezahlen, um in die Metro- und Metrobusstationen gelangen zu können (5 Pesos in der Metro, 6 bei den Metrobussen). Dafür kann man dann beliebig weit fahren und umsteigen, solange bis man den zahlungspflichtigen Bereich wieder verlässt. Am Zugang wacht die Metropolizei in ihren roten Uniformen mit strengen Augen darüber, dass niemand über die Schranken klettert, die sich nur mit einer zuvor aufgeladenen Bezahlkarte öffnen lassen. Zu den Hauptverkehrszeiten gibt es in vielen Bahnen Waggons, die nur Frauen vorbehalten sind. Auf diesem Weg sollen Übergriffe durch Männer, die das dichte Gedrängel für unerwünschte Berührungen oder schlimmeres ausnutzen wollen, vermieden werden. Um Kindern und Analphabeten die Orientierung zu erleichtern, ist jeder Metrostation ein unverwechselbares Symbol zugeordnet, dass sich an allen Haltestellenschildern und Fahrplänen wiederfindet.

Der heutige Tag war von touristischen Aktivitäten geprägt. Dennoch haben wir viel mitgenommen, was uns beim interkulturellen Austausch, dem eigentlichen Zweck unserer Reise, weiterhelfen wird. Wir sind gespannt, wie es morgen weiter gehen wird und freuen uns auf den Campus der UNAM und den Kontakt mit den dortigen Studierenden.

Benjamin

Montag, 10. November 2014

5.Tag - 10. November 2014 - der Abschluss ist der Anfang


Ein neuer Tag voller Sonnenschein ( die erste Hälfte des Tages auf jeden Fall) und voller spannender Dinge, die auf uns warteten. Ein kreativen Workshop den wir halten sollten, die Abschlussanhörung des TTP’s , in diesem Rahmen ein Theaterstück und musikalische Klänge beim Tribunal. Doch ein Workshop gestaltete sich nicht von allein und dank der guten Arbeitsteilung, wo jeder von uns angepackte, stellten wir etwas Interaktives auf die Beine… So wurde ein Teil der Rede von Klaus Wowereit zum 25. Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung, ins spanische übersetzt, Papierrollen gekauft und Bilder ausgedruckt. Wovon der Workshop  handeln sollte?!
Das Thema war: Wovon träumt Ihr in eurem Land?! Wir fanden dieses Thema im Zusammenhang mit dem Mauerfall sehr passend, da auch in Mexiko viele Mauern zwischen den Menschen vom Staat aufgebaut werden und die Menschen sich zusammen tun, um für ihre Freiheit und Rechte einzustehen. Und um ein Ausgleich zum vielen Input der letzten Tage zu bieten, durften die Workshopbesucher sich beim Malen zu der Frage auslassen- aber später mehr dazu. Angekommen im Tagungsort des wunderschönen Museums, fand erst ein kurzer Vortrag statt. Wie können die Ziele und Wünsche der Jugend (war bei der Konferenz sehr weit gefasst wir schätzen zwischen 12 und 35 Jahren) umgesetzt werden, um Ihnen eine Zukunft  und ein würdiges Leben zu ermöglichen. Dabei wurden verschiedene Projekte die schon laufen und oder im Aufbau sind, vorgestellt. Meistens ging es dabei um die Vernetzung von Gruppen und die Erarbeitung von Konzepten, welche die „hummanitäre Katastophe“ in Mexiko wandeln sollen. Bei all den Projekten die vorgestellt wurden, spielte das Thema „Vernetzung“  die größte Rolle. Ich bin beeindruckt von dem Willen und den Einsatz von jung und alt, die sich zum Ziel gesetzt haben, sich zu investierten, um sich und ihren companeros ein Leben als Subjekte und nicht als Objekte zu ermöglichen.  Am Ende der Vorträge war es Zeit für die Workshops, die natürlich vorgestellt wurden. Und somit wir uns auch vorstellen durften. Fine stellte uns vor und wir standen ihr bei. Mit dem Blick in die Gesichter der Menschen, mit denen wir bald  Zukunfstideen auf Papier brachten.

Junge, alte, mehrere,  einzelne ,Männer und Frauen sammelten sich nach und nach an dem Tisch mit der Papierrolle. Neben unseren bunten Farben und dem Interesse halfen bestimmt auch unsere bunten Goldbären als Mitbringsel. Es  entstand ein  herrliches Miteinander- es wurde gemalt und geklebt. Und das Schönste an der ganzen Sache war, der Austausch in den wir treten konnten. Nicht mehr nur etwas über die Lage in Mexiko zu hören, sondern auch selbst mit den Menschen zu reden, Fragen zu stellen oder zu beantworten und ihren Traum von einem gerechten Leben in Mexiko auf Papier zu bringen. Bin gespannt wie es euch gefällt!
Natürlich wurde nicht nur gemalt und Süßes genascht, sondern auch Fotos von und mit uns geschossen.     
   
 
                                                                                                                                         
 Mein Highlight war ein Interview das Chantal und ich mit vier Jugendlichen zwischen 16 und 21 Jahren führten. Sie erzählten uns von ihrem Bildungssystem, dass sich autonom finanziert und gegen Repressionen vom Staat zu kämpfen hat. Sie haben Fächer wie Theater und sind quasi in der Rolle des Schülers aber auch des Lehrers, indem sie selbst auch ihr Wissen an Mitschüler weitergeben. Am Ende des Workshops gab es eine Präsentation der Ergebnisse. Von kreativen Bastelaktion oder einem Austausch zu dem Begriff „Kultur“ mit dem Gedanken, dass es mehr als eine Kultur auch innerhalb eines Landes gibt und dem Recht zu  existieren und sich zu entfalten.
Nach dem Mittagessen wurden wir Zeuge von einem modernen Ein-Mann-Theaterstück, dass wir leider nicht ganz verstanden haben. Vielleicht war dies auch das Ziel. Kunst, die einen fragend zurück lassen möchte. Ist ihr gelungen.
Im Anschluss folgte die heiß erwartete Abschussanhörung. Bei ihr wurden alle Inhalte zusammengefasst und allen Zeugen zugestimmt, was ihre Anklagen betrafen.
Mit der Abschlussanhörung ist es nicht getan. Sie erhoffen sich, dass die gesammelten Information der letzten drei Jahre öffentlich gemacht werden und dass es weiter geht, auf dem Weg  in die Verfolgung der Straflosigkeit. Dies vor allem für die Jugend, um ihnen eine selbstbestimmte Zukunft zu ermöglichen.
Es bleibst spannend zu beobachten, was daraus entsteht, da die Menschen sich immer mehr in Mexiko zusammen schließen, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen…
Was für die Ohren und Hüften gab es noch zum Ende hin. Eine Ska-Band gab ein unplugged Konzert, bei dem die z.T sehr politischen Texte auf tanzende Zustimmung traf.
Tanzend und Müde ließ ich den Moment und auch die letzten beiden Tage an mir vorbei ziehen.
In meinen Kopf die Frage: Was wird in Mexiko noch passieren und auch welche Rolle spielt Deutschland, spiele ich dabei?
Ich habe großen Respekt gegenüber den Mexikanern, die Aufstehen, auch wenn sie dabei immer wieder herunter gedrückt werden. Sie sind mir darin ein Vorbild, indem sie für eine bessere (mexikanische) Welt eintreten und sich dabei viel einfallen lassen.
Lasst uns auch unseren Kopf benutzen und die Bequemlichkeit abschütteln und eintreten für eine besseres Hier und Jetzt und Morgen in unserer Welt.

Anki grüßend aus Mexiko

Sonntag, 9. November 2014

4. Tag – 09.11.2014 – Zweiter Tag der Jugendanhörung

Heute sind wir wieder gegen 9 Uhr morgens aufgebrochen zu Teil 2 der Veranstaltung, die wir gestern schon besucht haben.
Ein Teil unserer Gruppe ist noch Gebäck in der Panadería zwei Straßen weiter kaufen gegangen, damit wir bis zur Pause in fünf Stunden durchhalten.
Es war alles wie gehabt; die Teilnehmer waren aus verschiedenen Bundesstaaten Mexikos angereist, um die Aktionen ihrer Organisation oder ihre eigene Geschichte zu erzählen.
Die Veranstaltung hat dann gegen 10 Uhr begonnen. Das erste Thema war „Urbanisierung und freier Handel in ihrer Bedeutung für die Jugend und zukünftige Generationen“, danach kamen noch die Themenblöcke „Gesundheitskrise der Jugend und Zerstörung der Umwelt zulasten der zukünftigen Generationen“, „Feminizid und Geschlechtergewalt“ sowie „Mord an der Jugend und Gewalt gegenüber Geschlechtern“ (alles eher sinngemäß übersetzt).
Im Laufe des Tages kamen ca. 30 Personen zu Wort, von denen jeder 10 Minuten sprechen durfte.

Wir behandelten die ersten drei Themen bis zur Essenspause um 15 Uhr und ich war überwältigt von der Vielzahl an Missständen, die die Zeugen anprangern.
Hier ein paar Schlagworte zu den jeweiligen Themen:
zum ersten Block „Verstädterung und freier Handel“ lässt sich zusammenfassend sagen, dass die Landflucht und damit einhergehende  Verstädterung zu immer mehr Gebäuden und der Anlegung von Straßen geführt hat. Das hat zur Folge gehabt, dass es an Grünflächen fehlt, die öffentlichen Verkehrsmittel unzureichend und teuer sind und es durch die vielen Autos zu hoher Luftverschmutzung kommt. Auch ist z.B. Rad fahren keine richtige Alternative, da viele Radfahrer in den chaotischen Straßenverhältnissen überfahren werden.
Zudem wurde berichtet, wie indigene Gemeinden von ihren Territorien vertrieben werden und die Umwelt zerstört wird, um Megaprojekte (z.B. des Tourismus) oder Autobahnen bauen zu können.


Im zweiten Themenblock, „Gesundheitskrise und Umweltzerstörung“ ging es vor allem um die Beeinträchtigungen der Gesundheit durch hochgiftige Pestizide, Wasserverschmutzung durch Einleitung industrieller Chemikalien in Flüsse und Abwässer aus Mexiko-Stadt und Auswirkungen des genveränderten Essens. Krankheiten die genannt wurden sind Nierenversagen, Hautkrankheiten, Asthma, sowie Sterilität, Krebs, Lernbehinderung und Diabetes, Übergewicht. Vieles davon wurde auch schon bei Kindern festgestellt.
Des Weiteren wurde darauf hingewiesen, dass z.B. das Gesundheitssystem keine Programme zur Ernährung während der Schwangerschaft oder für das Neugeborene anbietet und es keine Aufklärung gibt über die Gefahren der „industrialisierten“ Nahrung für den Fötus und später für das Neugeborene. Auch erfahren Schwangere Diskriminierungen und werden schlecht oder gar nicht behandelt.

Der letzte Block vor der Pause handelte von Feminiziden und der Gewalt und Diskriminierung gegenüber Trans- und homosexuellen Menschen.
In Mexiko ist der Feminizid ein feststehehender Begriff. Er meint die Gewalt gegenüber Frauen aufgrund ihres Geschlechts. In Mexiko gibt es viele Fälle, wo junge Frauen verschwinden und entweder nicht gefunden oder ermordet aufgefunden werden. Gemein haben die meisten dieser Fälle, dass keine richtigen Ermittlungen angestellt werden und häufig der Schuldige nicht gefunden oder nicht bestraft wird. Die daraus resultierende Straflosigkeit führt dazu, dass immer weiter junge Frauen entführt und getötet werden.
Auch der geschilderte Fall der Transsexuellen zeigt die Gewalt gegen das Geschlecht. Hier finden sich ebenfalls Verzögerungstaktiken und nach acht Monaten gibt es noch keine Ermittlungsergebnisse.

Während der Veranstaltung empfand ich besonders die Schilderungen der Angehörigen der getöteten jungen Frauen als sehr emotional. Sie erzählten vom Tag des Verschwindens ihrer Töchter bis zum Finden der Leiche und der Identifizierung. Dann legten sie das Verhalten der ermittelnden Polizisten dar; nämlich Untersuchungen, die nach keinerlei Logik oder Protokollen durchgeführt wurden und über lange Zeiträume keine Ergebnisse brachten.
Man spürte deutlich die Hilflosigkeit und Wut der Sprechenden und merkte auch an dem langanhaltenden Beifall und den Rufen aus dem Publikum, dass die Zuhörer ähnlich betroffen waren.

Nach diesem thematischen Abschnitt hatten wir Pause und holten uns draußen Sandwiches zum Mitnehmen. Wir gingen die Straße hinunter zum Zócalo und um den Kopf wieder ein wenig freizubekommen, hielten unsere Gesichter in die Sonne. Es waren viele Menschen in den Straßen und plötzlich kam eine Gruppe vorbei, die für die verschwundenen Studierenden aus Guerrero demonstrierten.
Gegen 16.30 Uhr gingen wir zurück zum Veranstaltungsort und kauften auf dem Weg noch Farben und Pinsel für den morgigen Workshop. Wir hörten noch eine Sprecherin zum Thema „Mord an der Jugend“, die von ihren vier verschwundenen Söhnen berichtete. Auch dieser Beitrag war sehr emotional und das Publikum drückte seine Empathie durch Applaus und Zurufe aus.

Für alle Interessierten hier der Link zum Livestream der Jugendanhörung:

Zurück in der Herberge sitzen wir abends noch zusammen und lassen den Abend ruhig ausklingen.

3. Tag - 08. November 2014 - Erster Tag der Jugendanhörung

Hello again,

heute morgen ging es mit der Metro wieder in Richtung Zentrum ins Museo de la Ciudad de México. Wir waren zu einer Veranstaltung eingeladen, in der es um die Situation der Jugend und ihrer Zukunftsperspektiven ging.
Seit drei Jahren wurde in ganz Mexiko zu diesem Thema gearbeitet. In Kooperation mit verschiedenen Organisationen und Vereinigungen wurden Dokumente und Aussagen dazu gesammelt. Heute wurden diese in einer offenen Anhörung vorgetragen. Die vielen Themen, die die Jugendlichen hier in Mexiko bewegen waren in vier Blöcke aufgeteilt. Übersetzt heißen diese sinngemäß: 

1. Ablehnung und Ausschluss der Jugend in der Politik und der demokratischen Freiheiten
2. Wirtschaftliche Gewalt gegen die Jugend
3. Ausschluss und Zerstörung der Kultur und der Bildung
4. Vertreibung der Jugendlichen vom Land, Zerstörung des Landes und der indigenen Identität für die zukünftigen Generationen. 
Über 25 Beteiligte sollten im Laufe des Tages zu Wort kommen. Eines vorneweg: bis zum Ende aller Aussagen haben wir es heute nicht geschafft.
Dafür haben wir uns mit einigen Fällen noch genauer beschäftigt, Interviews geführt und unsere Mitschriften strukturiert. Außerdem haben wir endlich unsere Bustickets für kommende Woche gekauft, denn dann geht es in den Süden Mexikos nach Ixtepec, Oaxaca. Dort werden wir ein paar Tage in der Migrantenherberge „Hermanos en el camino“ verbringen. Aber zunächst weiter im Text:
Da einige Teilnehmer verspätet anreisten, ging es mit guter 1,5-stündiger Verspätung um 10.30 Uhr los. Es folgten viele Stunden von Anhörungen. Betroffene Jugendliche und andere Teilnehmer waren aus ganz Mexiko angereist um ihre Geschichte zu erzählen. Die Missstände Mexikos waren uns allen aus der Vorbereitungszeit bekannt: Die Jugendlichen sehen sich um ihre Wahrnehmung als eigenständige Subjekte betrogen. Vielmehr sind sie den wirtschaftlichen Maßnahmen der Regierung ausgesetzt und sehen sich immer mehr als Objekte, die in der Gestaltung ihrer Lebenswelt fremdbestimmt sind. Soziale Proteste werden kriminalisiert und durch die damit verbundene Stigmatisierung sei es den Jugendlichen unmöglich, sich politisch zu äußern. Durch die Anhörung heute haben die Geschichten, die sonst immer nur mit anonymen Angaben in den Medien erscheinen, einen Namen und Gesichter bekommen. Beispielsweise kam als viertes ein junger Mann auf die Bühne. Man erfuhr nicht, wie er heißt, er legte direkt mit seiner Aussage los. Sie drehen ihm das Mikrofon leiser, denn seine Stimme hallt impulsiv durch den Innenhof. Doch das ändert nichts. Ich verstehe nicht jedes Wort, aber das ist auch nicht nötig. Es ist klar, was ihm am Herzen liegt. Er gestikuliert, redet schnell und laut. Er ist ein Student aus Ayotzinapa, Iguala im Bundesstaat Guerrero, der seit dem 26. September 2014 43 seiner befreundeten Mitstudierenden vermisst. Der Applaus im Anschluss dauert an und der junge Mann bleibt am Podium stehen. Im Publikum rufen sie „Vivos se los llevaron, vivos los queremos!“ (dt.: Leben hat man sie uns genommen, lebend wollen wir sie zurück!“) und „Zapata vive, la lucha sigue!“ (dt.: „Zapata lebt, der Kampf geht weiter!“). Hier ein Video dazu: 



Seit zwei Stunden sind wir jetzt alle zurück in der Unterkunft, sitzen noch gemütlich beisammen und sortieren eifrig unser Material. 

Weitere Infos zum Thema:
- Zum Fall der verschwunden Studierenden aus Iguala: http://www.tagesschau.de/ausland/iguala-studenten-101~magnifier_pos-0.html
- Zur Person Emilio Zapata/dem Zapatismus in Mexiko: http://de.wikipedia.org/wiki/Zapatistas 
- Homepage der Herberge in Ixtepec (englisch): http://www.hermanosenelcamino.org/english.html

Sarah

Samstag, 8. November 2014

2. Tag – 7. November 2014 – Erste Schritte

Hola,

nach einer sehr erholsamen Nacht gab es heute um 7.30 Uhr Frühstück. Wir waren alle begeistert von Tortillas, Frijoles, Salsa und anderen Dingen, die uns frisch von den Nonnen der Herberge zubereitet wurden.
Wir haben den Moment genutzt um nochmals zu besprechen, was uns in den nächsten Tagen erwarten wird. Auch die momentane Situation in Mexiko und speziell in D.F. haben wir uns nochmal ins Gedächtnis gerufen.
Nach dem Frühstück sind wir zu unserem Treffen mit Daniel aufgebrochen. Nach wenigen Minuten saßen wir wieder zusammen und haben mit ihm den vorläufigen Ablauf des Tribunals besprochen.
Der Besuch des Politik-Referenten der deutschen Botschaft Mexikos war ebenfalls sehr aufschlussreich und gab uns einen kleinen Einblick in dessen Arbeitsweise.
Nach dem Treffen haben wir gemeinsam Mittag gegessen und haben die Situation genutzt um das gerade Erfahrene nochmal zu reflektieren.
Benjamin, ein Student aus D.F. den wir bei dem Treffen kennengelernt haben, hat uns nach dem Mittagessen zum Metrobus geführt. Er hat uns viele hilfreiche Dinge über die öffentlichen Verkehrsmittel in D.F. erklärt und ist mit uns zu unserer Station „Hidalgo“ gefahren von wo wir ohne ihn zum Museum „Memoria y Tolerancia“ gelaufen sind.
Das Museum zeigt zu diesem Zeitpunkt eine Ausstellung zum Thema Genozid. Auf drei Stockwerken werden Konflikte und Genozide der Welt mit Originalausschnitten, Texten und Bildern umfangreich behandelt. Zwei Stunden konnten wir verschiedene Länder und Regionen zum Teil auch interaktiv bereisen und alles Wichtige über bestimmte Konflikte zu erfahren.
Nach dem Museum haben wir uns darauf geeinigt, zum Zócalo zu laufen. Die uns umgebenden Gebäude wie die Kathedrale oder das Regierungsgebäude waren aufgrund der Uhrzeit bereits hell erleuchtet. Es war eine besondere Situation auf dem größten Stadtplatz in einer der größten Stadt der Welt zu sitzen und sich um zu sehen. Viele Wochen der Vorbereitung und Planung waren nötig um letztendlich hier zu sein.
Bereits am Morgen haben wir die Einladung bekommen, bei Daniel zu Abend zu essen und um uns noch etwas auszutauschen. Somit sind wir, nach dem wir gestaunt und fotografiert haben, zur nächstgelegenen Metrostation gelaufen um auf schnellstem Weg Daniels Wohnung zu erreichen.
Die Wohnung befand sich in einem schönen Viertel der Stadt und war circa 15 Gehminuten von der Metrostation entfernt.
Das Abendessen bestand aus Maisbrei und Gemüse sowie Brot, Käse und Wurst. Es war ein schöner Abschluss eines ereignisreichen und informativen ersten Tages. Wir sind alle gespannt, was die nächsten Tage bringen werden und vor allem, wie der erste Tag des Tribunals ablaufen wird.


1. Tag – 6. November 2014 – ίHola México!



Hola Tod@s,
ich habe die Ehre den ersten Blogbeitrag über unsere Mexiko-Exkursion zu schreiben und euch einen Einblick in unsere Anreise und den ersten Tag in Mexiko-Stadt zu geben. 

Die Rucksäcke und Koffer gepackt, aufgeregt und gespannt auf das, was in der Megastadt Mexiko-City auf sie wartete, machten sich 8 der 10 Exkursionsteilnehmer am Mittwoch den 6.11. auf den Weg ins Abenteuer Mexiko. Ziel: Flughafen Düsseldorf – Amsterdam – Mexiko-Stadt. Doch kaum in Düsseldorf angekommen, trat nach dem Bahnstreik auch schon das zweite Hindernis auf: die Anzeigetafel am Flughafen zeigte die Annullierung des Flugs nach Amsterdam an. Es hieß also ab ins Taxi und nach einer rasanten Fahrt über die Autobahn waren alle innerhalb von 2 Stunden am Amsterdamer Flughafen. Von dort an lief dann alles (fast) wie geplant, nach 11 Stunden Flug und zwei Landeversuchen erreichten die Teilnehmer (einige von ihnen zum ersten Mal) mexikanischen Boden. 

Währenddessen stieg ich um 8 Uhr morgens Ortszeit in Oaxaca de Juárez in den kleinen Flieger, der mich von meinem Aufenthaltsort der letzten 4 Monate nach Mexiko-Stadt brachte. Während es für alle anderen der Beginn einer spannenden Reise war, bedeutete es für mich Abschied nehmen von Freunden, Bekannten, den Kindern meiner Praktikumsstelle und dem Leben, das ich die letzten vier Monate so sehr genossen habe. Ich kam also eher mit gemischten Gefühlen in Mexiko-Stadt an; meine Stimmung erhellte sich aber sobald Sarah mich am Flughafen in Empfang nahm und wir uns gemeinsam im Taxi auf den Weg zu unserer Herberge machten. Sarah reiste zwar auch aus Deutschland an, hatte aber einen anderen Flug gebucht als der Rest, da sie ihren Mexiko Aufenthalt schon länger geplant hatte und nach der Exkursion einen Monat in Oaxaca verbringen wird, um dort Untersuchungen für ihre Bachelorarbeit durchzuführen. 

Während die anderen also im Flugzeug saßen, packten wir unsere Rucksäcke aus und trauten uns auch gleich nach draußen auf die Straße, um unsere Colonia ‚La Roma Norte‘ zu Fuß zu erkunden. Für Sarah eine gute Gelegenheit, um ihre Sonnenbrille auszupacken und nach dem herbstlichen Klima in Deutschland die mexikanischen Sonnenstrahlen zu genießen. Nach einem kleinen Stopp auf einem Flohmarkt vor einer Kirche schlenderten wir weiter in Richtung ‚Zona Rosa‘, einem der wohlhabendsten Viertel der Stadt. In der nächstbesten Bar legten wir dann auch schon die nächste Pause ein und genossen die Musik, das Wetter, die Sprache und das Leben um uns herum. Der Hunger trieb uns dann zum nächsten Torta-Stand, der, wie zu unserem Erstaunen feststellten, direkt auf der Straße unserer Herberge lag. Den Weg zurück hätten wir auch mit Stadtplan nicht besser finden können.
Zurück in der Herberge legten wir dann eine kleine Siesta ein und warteten anschließend unten in der Eingangshalle auf den großen, einladenden, roten Sofas auf unsere Kommilitonen, die gegen 21:30 Uhr eintrafen. 
An dieser Stelle vielleicht eine kurze Beschreibung unserer Unterkunft: Wir haben einen ganzen Flur für uns und teilen uns ein gemeinsames Badezimmer mit drei Duschen und drei Toiletten. Uns stehen mehrere Einzel- und zwei Doppelzimmer zur Verfügung. Die Herberge hat insgesamt Platz für 70 Personen, es gibt eine große Eingangshalle mit mehreren bequemen Sitzecken, einen schönen Innenhof und einen großen Speisesaal, in dem wir jeden Morgen um 7:30 Uhr unser Frühstück einnehmen. 

Bis auf die Tatsache, dass es auf unseren Zimmer kein Internet gibt und wir jeden Abend spätestens um 22 Uhr in der Herberge sein müssen (was in kirchlichen Herbergen dieser Art so üblich ist), sind wir sehr zufrieden mit unserer Unterkunft und dank Sarah, die ihre Organisationskünste mal wieder gekonnt eingesetzt hat, können wir auch bis zum Ende unseres Aufenthalts hier bleiben und müssen nicht, wie vorher geplant, für die letzten Tage nochmal umziehen.
Geplättet von der Reise und den ersten Eindrücken der Stadt und gespannt auf das, was uns am nächsten Tag so alles erwartet, fielen wir alle erschöpft in unsere Betten. 

Das wars fürs erste, ansonsten bleibt mir nur noch zu sagen: Wir alle sind froh hier zu sein, wir sind eine tolle Gruppe und wir sind bereit für 2 Wochen Abenteuer Mexiko!

Marie